Tough Decisions Ahead

And her joy would become a restless thing, flapping its wings inside her, as though looking for an opening to fly away.

– Chimamanda Ngozi Adichie

Es ist noch nicht lange her, da grübelte ich über den nächsten großen Schritt in meinem Leben. Wenige Wochen später, da grübel ich, ob ich die richtige Wahl getroffen habe. Es sollte der große Beginn eines erfüllten Daseins sein. Es sollte die Freude in mir wieder hervorbringen. Es sollte mich gedanklich befreien. Die Wahrheit ist, ich weiß nicht, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Es ist auch schwer zu beurteilen. Vor jeder Entscheidung stehen Optionen, die einen zum abwägen zwingen. „Was ist mir wichtig?“, „Was möchte ich ändern?“ und am Ende steht der Entschluss, eine dieser Optionen zu wählen. Sobald das geschehen ist gibt es kein zurück mehr. Wir sprechen hier natürlich nicht, ob du den Pullover nun in  schwarz oder beige kaufen sollst, sondern ein bedeutende Handlung in Bezug auf deine Existenz.

Nun sitze ich in meiner getroffenen Wahl und stelle plötzlich alles wieder in Frage wie zuvor. Vielleicht ist es einfach zu früh sich über die Konsequenz dieser Entscheidung Gedanken zu machen, vielleicht sollte ich noch einige Zeit vergehen lassen, um mich an meine neue Situation vollkommen gewöhnen zu können, vielleicht aber ist es eine Entscheidung die ich zu einem späteren Zeitpunkt  tatsächlich bereuen werde.

Wie geht man also am besten mit solchen Gedanken um, ohne nach kürzester Zeit alles hinzuschmeißen, ohne sich zu 100 Prozent auf diese neue Situation konzentriert zu haben? Ich stelle mir vor, dass dieses Gefühl, als würde dir alles entgleiten ganz natürlich ist. Als jemand der sich in seinem Leben niemals auf sein Bauchgefühl eingelassen hat und stets sehr bedacht gehandelt hat, ist dies eine völlig neue Erfahrung und fühlt sich surreal an. Ich versuche mich auf meine Intuition einzulassen, etwas außerhalb dem Bereich meiner Kontrolle geschehen zu lassen. In einem Moment bin ich mir auch sicher genau das Richtige getan zu haben und eine Sekunde später zweifel ich an mir selbst, bis mir klar wurde, dass der Grund für die Zweifel und das Infragestellen viel tiefer liegen als diese eine Entscheidung die für die meisten wohl eine Kleinigkeit darstellt.

Seither bin ich stetig im Wechsel damit beschäftigt diesen Grund ausfindig zu machen oder die ganze Situation zu verdrängen. Was ist es genau, dass mich dauernd vom Leben abhält und mich ständig in diese Gedankenflucht drängt und mich nachts um zwei Uhr solche Artikel verfassen und doch auf keine Antwort fallen lässt? Der Ursprung des Ganzen verbirgt sich vor mir und treibt mich somit nur noch weiter in die Tiefen meines Ichs.

Ich zweifel mein Schicksal an und fange an zu glauben, dass der Weg zu dem mir erhofften neuen Glück von mir selbst versperrt wird. Worüber könnte ich schließlich noch schreiben, wenn meine Gefühlsbalance ausgewogen wäre? Es ist wie die Frage nach dem Sinn des Lebens, eine Antwort werde ich wohl niemals finden.

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