Stories matter.

If you want to be happy, be.

Leo Tolstoi

Irgendwie hab ich’s nicht drauf mit diesem Jahr verabschieden / Jahr einläuten-Ding und nun ist das neue Jahr schon neun Tage alt. In den letzten zwei Monaten ist viel passiert und irgendwie doch nichts. Nun, mein größter Traum wurde mir an Weihnachten erfüllt und noch viele mehr. Und trotzdem fühlt sich das neue Leben in einem neuen Umfeld mit neuen Menschen nicht besser an. Ich bin mir mittlerweile sicherer als zuvor, dass mit meinem neuen Job wohl nicht die mir erhoffte Glückseligkeit widerfährt. Vielmehr ist es sogar so, dass ich mir immer sicherer bin, dass ich mich nun nach etwas neuem sehne. Dies vermag seltsam klingen, da ich mich dort erst gerade eingefunden habe, jedoch zweifle ich ebenfalls immer mehr an die Theorie, dass es eine kluge Idee war einmal auf mein Bauchgefühl zu hören. Du Schwein! Mein rationales Denkvermögen versuchte mir damals schon mitzuteilen, dass ich diese Entscheidung bereuen werde, trotzdem habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Da verbringe ich also die gesamte erste Arbeitswoche des neuen Jahres vor Langeweile strotzend in den Tiefen des Internets. Und da sehe ich sie. Eine offene Position einer Agentur die bereits damals meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Da blendet sich mein Glauben an das Schicksal ein und ehe ich mich versehe versende ich eine Email, im Anhang mein Leben in kurzen Daten zusammengefasst. Nicht dran glaubend erhalte ich tatsächlich weniger als zwölf Stunden später einen Anruf und saß nun heute morgen bereits vor Ort. Da ist sie wieder. Die Euphorie die grundsätzlich aufkommt, sobald etwas neues, aufregendes passiert.

Die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz scheint sich zur unendlichen Suche nach dem vollkommenen Glück entwickelt zu haben. Es ist nicht mal das Glück, das ich suche, sondern viel mehr einen Weg zur Selbstverwirklichung und Zufriedenheit. Seelenfrieden. Doch beim Streben danach scheine ich mir immer mehr selbst dabei im Weg zu stehen. Sei es nun der Arbeitsplatz, private Beziehungen und alles was zu einem erfüllten Leben dazu gehört. Was bringen dir die größten Freuden des Lebens, wenn du sie mit niemandem teilen kannst? Wenn du Erfolge oder auch Verluste nicht deinen engsten Vertrauten mitteilen kannst? Und wenn du deinen Kollegen nicht von deinem Wochenende erzählen kannst? Es sind diese simplen Dinge die mich zum nachdenken anregen. Der Fokus liegt nicht auf dem größten Gehaltscheck oder den größten Freundeskreis sondern sind es vielmehr die kleinen Dinge die das Leben lebenswerter machen und mit Dankbarkeit geschätzt werden sollten.

Diese Gedanken beziehen sich nicht ausschließlich auf die aktuelle Situation sondern ziehen sich bereits mein ganzes Dasein durch und dennoch bin ich getrieben von der Furcht. Die Furcht zu verlieren. Im Leben zu verlieren.  Es scheint je mehr sich diese Gedanken in meinen Alltag manifestieren, desto aussichtsloser scheint alles. Gibt es eine Formel die dich stoppt, dir selbst im Weg zu stehen? Vielleicht ist es auch ein unbewusster Drang sich niemals zufrieden zu geben, um weiterhin alles zu geben. Um aus dir selbst das Beste rauszuholen. Aber habe ich überhaupt bisher je das Beste aus mir rausgeholt?

Da sitze ich nun, in der selben Lage wie vor wenigen Monaten. Grübelnd. Natürlich, ich habe noch keine Zusage erhalten, aber es kann ja durchaus sein. Gehe ich erneut das Risiko ein? Meine Euphorie sagt ja. Mein Bauchgefühl hingegen ist auf stumm gestaltet, immerhin hat dieses beim letzten Mal auch laut „ja“ geschrien und sitze jetzt trotzdem hier und schreibe diese Zeilen. Ich habe das Vertrauen in mein Urteilsvermögen verloren. Und doch bin ich überzeugt, dass sich alles zum guten wenden wird. Hoffentlich.

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